Haus Nr. 73  

Luitpoldplatz 5, ein Haus mit Geschichte.
Aus alten Urkunden geht hervor,
daß "Reale Lebzeltergerechtigkeit" schon seit 1678 auf dem Anwesen Haus Nr. 73 liegt.

 

1861 wurde das Anwesen mit Lebzelterei, Wachszieherei und Wachsbleiche von Ludwig Wiedemann erworben und ist seitdem in der inzwischen vierten Generation in Familienbesitz


1886 übernahm sein Sohn Carl Wiedemann den Betrieb.

 

1899 beschloß der Stadtmagistrat die reale Lebzeltergerechtigkeit auf den Ausschank von Spirituosen und Meth zu erweitern, im gleichen Jahr erfolgte der Beitritt zur Niederbayerischen Konditoreninnung.

 

1914 heirateten Ludwig und Betty Ritzinger und übernahmen im gleichen Jahr das Geschäft.

 

Carl Wiedemann


Innenansicht

 

1935 ist durch den Erwerb des Rückgebäudes der Grundstein zur Einrichtung einer Weinstube gesetzt worden. Das neu gestaltete "Kaffee Wiedemann" mit der "Weinstube zum Lebzelter" feierte am 7. August 1935 Neueröffnung.

 

1938 erwarb die Familie Wiedemann das Nachbarhaus Nr. 74. Noch im selben Jahr konnte die Vergrößerung des Konditoreiladens in dieses Haus vorgenommen werden, die eine Vergrößerung der Verkaufsfläche ermöglichte.


1945 bis 1948 hatte die US Army das Café beschlagnahmt.

 

1949 konnte der Münchner Künstler Professor Blasius Spreng für die Umgestaltung der Weinstube in die "Tusculum-Bar" gewonnen werden. Die Eröffnung erfolgte in Anwesenheit des Künstlers an Sylvester 1949.

 

Tusculum-Bar


Nach dem Umbau

 

In diesen Jahren war der Bedarf an Geselligen Unterhaltungsveranstaltungen sehr groß. Das Café Wiedemann galt damals wie heute als ein weit über Deggendorf hinaus bekannter Treffpunkt für jung und alt.

 

1954 zwang der Platzmangel zu einer großzügigen Erweiterung der Lokalitäten und zur Einbeziehung der gesamten Parterreräume des Hauses Nr. 74.
Ende Oktober 1954 konnte dann eines der modernsten Tanzcafes Niederbayerns mit 220 Plätzen seiner Bestimmung übergeben wurden.


Cafe Wiedemann

1971 erfolgte eine weitere Modernisierung des Betriebes mit Schwerpunktverlagerung auf Konditorei und Tages-Cafe.

 

1995 schließlich wurde der alte Gebäudekomplex abgerissen und nach alten Plänen wieder aufgebaut. Die Familie Wenzel, den Deggendorfern gut bekannt durch ihre engagierte Führung des "Stadt-Cafe", übernahm nach dem Wiederaufbau die Leitung des "Cafe-Konditorei Wiedemann" und betrachtet es als eine Verpflichtung der langen und immer für Qualität bürgenden Tradition dieses Hauses gegenüber, auch in Zukunft ein besonderer Treffpunkt herzlicher und gepflegter Gastlichkeit zu sein.

 

Cafe Wiedemann